Fragen & Antworten

FRAGE: Ist Factoring grundsätzlich für jedermann geeignet, oder gibt es gewisse Einschränkungen?

ANTWORT: Wenn auch der Factoring-Ursprung in der amerikanischen Textilbranche des 19. Jahrhunderts liegt, so hat sich die Anwendung sehr schnell auf viele andere Branchen ausgeweitet. In der Schweiz nutzen zum Beispiel viele Ärzte und Zahnärzte Factoring-Dienstleistungen. Geeignet ist Factoring für Unternehmen, die folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie gehören zu den kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU).
  • Sie erbringen Ihre Leistungen gegen Rechnung an kommerzielle oder private Abnehmer.
  • Sie gewähren Ihren Debitoren eine Zahlungsfrist von nicht mehr als als 90 Tagen.
  • Sie haben die vertraglich vereinbarte Leistung gegenüber Ihrem Kunden zu 100% vor Rechnungsstellung erbracht.
  • Sie erfüllen unsere Bonitätsanforderungen (auf Basis von Fragebogen, Jahresrechnungen, Budget, Debitoren-/Kreditorenliste, Handelsregister- und Betreibungsauszug, Businessplan).

FRAGE: Die Factoring-Dienstleistungen scheinen mir auf den ersten Blick wirklich nützlich. Um aber eine konkrete Kosten-/Nutzen-Überlegung anstellen zu können, würde mich interessieren, wieviel Factoring denn kostet. Können Sie mich aufklären?

ANTWORT: Die Factoring-Gebühr ist primär abhängig von den Dienstleistungskomponenten, die ein Unternehmen beanspruchen möchte. Des weiteren haben folgende Faktoren eine Auswirkung auf die Höhe der Gebühr:

  • Bonität und Branche des Kunden
  • Jahresumsatz des Kunden sowie Anzahl Rechnungen und Höhe der Rechnungsbeträge
  • Bonität der Debitoren
  • bisherige Debitoren-Zahlungsfrist
  • bisherige Debitorenverluste
  • Standardisierung des Zahlungsverkehrs

Um Ihnen dennoch eine konkrete Preisvorstellung vermitteln zu können: Übliche Factoring-Gebühren bewegen sich zwischen 2% und 6%, berechnet auf die jeweils eingereichten Rechnungsbeträge.

Beispiel: Factoring-Umsatz CHF 2 Mio. Factoring-Gebühr 3,0% Factoring-Kosten CHF 60’000.–. Weitere Kosten (Zinsen, Spesen etc.) fallen keine an.

FRAGE: Was ändert sich für meine Kunden bei Abschluss einer Factoring-Vereinbarung?

ANTWORT: Im Grunde nur die Bankverbindung. Statt an ein anderes Finanzinstitut zahlen Ihre Kunden neu an KMU Finanz, zugunsten Ihres Factoring-Kontos. Überdies empfehlen wir, Ihre Kunden über die Änderung zu informieren, damit allfällige Unklarheiten von Beginn weg ausgeräumt werden können.

FRAGE: Im Rahmen des Factorings übernimmt ein Factoring-Institut ja auch das Mahnwesen. Besteht dabei nicht die Gefahr, dass die Gesellschaft dann allzu aggressiv vorgeht, um möglichst schnell zum Geld zu kommen, und ich dann als Folge Kundenverluste zu befürchten habe?

ANTWORT: Eine durchaus berechtigte Frage – es ist aber so, dass sich eine Factoring-Gesellschaft ein aggressives Mahnverfahren im Hinblick auf eigene Kundenverluste kaum leisten kann. Ganz im Gegenteil wird KMU Finanz mit Ihnen ein individuelles Mahnverfahren ausarbeiten, wobei Sie unter anderem Mahntexte und zeitliche Mahnabstände auf Wunsch selbst festlegen können.

FRAGE: Unser Unternehmen ist zu 80% im Export tätig. Das heisst, wir verkaufen unsere Produkte vorab nach Deutschland, Italien, aber auch nach Fernost und den USA. Mich würde interessieren, ob ein Factoring-Unternehmen auch solche Rechnungen finanziert und vor allem gegen das Verlustrisiko absichert.

ANTWORT: Die Schweiz ist aus Tradition ein Exportland. Es versteht sich daher, dass ein Schweizer Factoring-Institut auch Rechnungen an Ihre ausländischen Kunden übernehmen würde. Im Grundsatz ist eine Delkredere-Absicherung für sämtliche Länder möglich, Ausnahmen bilden v.a. der afrikanische und südamerikanische Kontinent.